Abstimmung mit allen Parteien

Die Niederlande und Nordrhein-Westfalen sind dicht besiedelte Gebiete. Wohnungsbau, Landwirtschaft, Industrie und Infrastruktur wetteifern um den verfügbaren Raum und in den letzten Jahren ist die erneuerbare Energiegewinnung noch dazu gekommen. Um den knappen Raum optimal zu nutzen, müssen sich die Parteien beraten und abstimmen. Gebiete, die der Sand- und Kiesgewinnung dienen, erhalten so eine besondere Aufmerksamkeit. Vor, während und nach der Gewinnung. Eine wichtige Faustregel dabei lautet, dass das Gebiet nachher attraktiver ist als vorher.

Sorgfältiger Umgang mit dem verfügbaren Raum

Sand und Kies gibt es nicht flächendeckend. Die Zusammensetzung und Qualität kann in den potenziellen Gewinnungsgebieten sehr unterschiedlich sein. In Deutschland werden diese Gewinnungsgebiete in Raumordnungsplänen festgelegt. Die niederländische Regierung koppelt die Sand- und Kiesgewinnung an die Flächennutzung, wie Raum für Flüsse, Renaturierung oder Wohnen am Wasser. Der Fokus liegt auf dem Endergebnis und dem Mehrwert für die Umgebung nach der Gewinnung. Der sorgfältige Umgang mit dem verfügbaren Raum und die Wahl der passenden Flächennutzung stehen dabei im Vordergrund.

Von der Projektidee bis zur Gewinnung und dem Verkauf von Kies und Sand vergehen zumeist viele Jahre. Grund wird gekauft, Genehmigungen beantragt, Flächennutzungspläne geändert und Herrichtungspläne erstellt mit dem  Ziel, dass während und nach der Gewinnung ein neues Gebiet entsteht. Ein attraktives Naturgebiet, das zum Hochwasserschutz beiträgt oder der Erosion und Austrocknung des Bodens entgegenwirkt und/oder mehr Erholungsmöglichkeiten und Natur bietet als zuvor.

Gemeinsame Planung

In den Niederlanden sind Provinz, Gemeinde, Organisationen, wie Natuurmonumenten, Limburgs Landschap und Vereniging Nederlands Cultuurlandschapund Anwohner Partner bei der Entwicklung. Gemeinsam sind wir stark. Ohne Unterstützung in der Region ist es unmöglich, ein erfolgreiches Projekt zu realisieren. Alle Stakeholder haben eine Stimme in den Beratungsgruppen. Nach Anhörung der Abgeordneten aus der Provinz- und Kommunalpolitik entscheidet der Gemeinderat der betreffenden Gemeinde über den endgültigen Plan.

In Deutschland hat sich das „vom Ziel her denken“ leider noch nicht etabliert. Wir sehen hier aber für die Zukunft viel Potenzial, welches man mit gutem Zuhören und gegenseitigem Respekt zum Vorteil für Mensch und  Natur nutzen könnte.

Untersuchungen

Der Boden wird allerdings nicht sofort für die Gewinnung freigegeben. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst (Explosieven Opruimingsdienst Defensie, EOD) untersucht den Gewinnungsstandort zunächst auf Munition und andere Kriegsreste. Sobald das Gebiet nach der Räumung freigegeben ist, können die Archäologen mit ihren Untersuchungen beginnen, sofern in der Region Hinweise auf frühe Siedlungsgeschichte bestehen. Erst danach kann mit den vorbereitenden Erdarbeiten für das zukünftige Gewinnungsgebiet begonnen werden.

Im Dialog mit den Stakeholdern

Teunesen steht in der Mitte der Gesellschaft. Eine gute Beziehung zu allen Nachbarn ist hierbei im Vordergrund. Hierzu zählen nicht nur die Anwohner, sondern auch die Kommunalpolitik, Vereine und zivilgesellschaftliche Organisationen, wie den niederländischen Natuurmonumenten, vergleichbar mit dem deutschen NABU. Mit dieser breiten Zusammenarbeit soll ein naturnahes Umfeld geschaffen werden, in dem es sich auch gut leben, wohnen und arbeiten lässt.

Bei jeder neuen Gewinnung oder Gebietserweiterung bindet Teunesen alle Stakeholder von Beginn an in die Entwicklung und Planung ein. Häufig ist dies ein erstes Kennenlernen am Küchentisch bei den Menschen zu Hause.

In den Niederlanden können die Anwohner  ihre Meinung in einer Beratungsgruppe äußern, in der alle Dokumente – vom Untersuchungsbericht bis zum endgültigen Plan – besprochen werden. Es können auch Wünsche und Ideen eingebracht und Randbemerkungen platziert werden. Die Beratungsgruppe spricht eine Empfehlung zu den Untersuchungen und Plänen aus.

Die Zusammenarbeit endet aber nicht mit dem endgültigen Plan. Auch während der Ausführung ist Teunesen im Dialog mit dem Umfeld. Dabei versucht Teunesen die Lärm- und Staubbelastung zu minimieren. Und wenn es doch Beschwerden oder Anregungen gibt, können sich die Betroffenen direkt an Teunesen wenden, um so schnell wie möglich gemeinsam eine Lösung zu finden. Teunesen arbeitet vollständig transparent und offen an seinen Projekten.

Foto: Bob Luijks Natuurportret