Rhein und Maas

Der Klimawandel sorgt bereits heute für lange Trockenperioden und extreme Regenfälle. Dieser Regen kann, insbesondere in Kombination mit Schmelzwasser, zu unerwünscht hohen Pegelständen in Rhein und Maas führen. Das Vorland und die Deiche an den Flüssen können diese extremen Wassermengen nicht überall fassen. Dies erhöht die Gefahr von Überschwemmungen. Projekte zur Sand- und Kiesgewinnung leisten einen Beitrag zum Hochwasserschutz. Deiche werden verstärkt und der Fluss erhält mehr Raum.

Internationale Zusammenarbeit

Niemand will, dass sich die Flutkatastrophen aus Dezember 1993 und Januar 1995 wiederholen. Viele hunderttausend Menschen in den Niederlanden mussten sich vor dem Hochwasser in der Maas in Sicherheit bringen. Der Schaden belief sich auf ungefähr 300 Millionen Euro. Es ist deshalb notwendig, dass die Flüsse viel mehr Wasser aufnehmen können. Hierzu können beispielsweise das Flussbett der Maas verbreitert und Flutmulden und Retentionsräume angelegt werden. Ein Retentionsraum ist ein Gebiet, in dem das Wasser bei starkem Regenfall vorübergehend gespeichert werden kann. So können die flussabwärts gelegenen Gebiete vor Überschwemmungen geschützt werden. An Orten, an denen diese Maßnahmen nicht möglich sind, müssen Deiche angelegt oder erhöht werden.

Eine internationale Zusammenarbeit ist unabdingbar, um die Bedingungen entlang der Flüsse und im Flussgebiet zu verbessern. Die Niederlande und Deutschland arbeiten diesbezüglich seit 1997 eng zusammen. Beide Länder tauschen Wissen aus, stimmen ihre Politik ab, erstellen gemeinsame Richtlinien und führen gemeinsame Forschungsprojekte durch.

Raum für den Fluss

Insbesondere die Verbreiterung von Flüssen ist ein effektives Mittel zum Schutz vor Hochwasser und Überschwemmungen. Der Fluss bekommt durch die gezielte Rohstoffgewinnung entlang des Flusses mehr Raum. Während dieses Prozesses realisieren die Beteiligten auch mehr Natur-, Erholungs- und Wohnungsbauprojekte. Die Rohstoffgewinnung ist häufig der finanzielle Motor, durch den der Hochwasserschutz und andere gesellschaftliche Ziele kostenneutral realisiert werden können. Sie gehen somit nicht zulasten des Steuerzahlers.

Mit dem Projekt Ruimte voor de Rivier (Raum für den Fluss) reagierte die niederländische Regierung auf die Flutkatastrophen von 1993 und 1995. Hauptziel ist ein besserer Schutz vor Überschwemmung. Gleichzeitig müssen die Maßnahmen die räumliche Qualität verbessern und für die Wiederherstellung der Natur sorgen.

Deltapläne mit zusätzlichen Maßnahmen bis 2050 sind notwendig, um die Folgen des Klimawandels abzuwehren und dem Hochwasser in den großen Flüssen den notwendigen Raum zu bieten. Dabei geht es vor allem um die zu erwartenden extremen Regenfälle.

Teunesen realisiert Flutmulden

In den Jahren 1993 und 1995 trat die Maas weit über ihre Ufer und wurde offensichtlich, dass das Tal der Maas nicht ausreichend gegen Hochwasser geschützt war. Über 12.000 Häuser und hunderte Unternehmen waren dem Wasser schutzlos ausgeliefert. Um neue Überschwemmungen an der Maas zu verhindern und gleichzeitig die Maas als Schifffahrtsroute zu verbessern, hat Rijkswaterstaat-Maaswerken die Linienbestimmung Tracébesluit Zandmaas/Maasroute ausgearbeitet. Teunesen realisiert zwei Flussverbreiterungsmaßnahmen aus dem Tracébesluit Zandmaas. Dabei handelt es sich um die Flutmulde Lomm und die Flutmulde Well-Aijen.

Die Flutmulde Well-Aijen ist Teil des Landschaftsentwicklungsprojekts Maaspark Well. Teunesen arbeitet hier mit anderen Parteien unter dem Namen Kampergeul zusammen. Maaspark Well und die Flutmulde Well-Aijen sorgen für eine Verringerung des Hochwasserpegels um 26 Zentimeter.

Teunesen realisiert in Lomm, Gemeinde Venlo, die Flutmulde Lomm im Rahmen der Delfstoffencombinatie Maasdal BV (DCM BV). Dabei handelt es sich um eine zwei Kilometer lange Flutmulde mit Nebenmulde (Bypass).

Die Flutmulde und die Nebenmulde sorgen flussaufwärts für niedrigere Pegelstände. Das Gebiet um die Nebenmulde ist seit der Abgrabung ein attraktives Natur- und Erholungsgebiet.

Mit Lus van Linne leistet Teunesen in Zusammenarbeit mit Bichterweerd einen wesentlichen Beitrag zum Hochwasserschutz in Midden-Limburg. Die Flussverbreiterung in Kombination mit dem Anlegen von flachen Mulden, Kiesbänken und Naturufern sorgen für eine erhebliche Absenkung des Pegelstands.

PROJEKT MAASPARK WELL ANZEIGENPROJEKT LOMM ANZEIGEN